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pax christi

menschen machen frieden - mach mit.

Unser Name ist Programm: der Friede Christi. 

pax christi ist eine ökumenische Friedensbewegung in der katholischen Kirche. Sie verbindet Gebet und Aktion und arbeitet in der Tradition der Friedenslehre des II. Vatikanischen Konzils. 

Der pax christi Deutsche Sektion e.V. ist Mitglied des weltweiten Friedensnetzes Pax Christi International.

Entstanden ist die pax christi-Bewegung am Ende des II. Weltkrieges, als französische Christinnen und Christen ihren deutschen Schwestern und Brüdern zur Versöhnung die Hand reichten. 

» Alle Informationen zur Deutschen Sektion von pax christi

Frieden teilen!

01. Okt 2018

Im Rahmen der Diözesanversammlung von pax christi Rottenburg-Stuttgart vom 28.09. bis 30.09.2018 in Ellwangen verabschiedeten die Teilnehmer*innen das Schwerpunktthema der Friedensarbeit für 2018/2019.

„Frieden teilen!“

pax christi Rottenburg-Stuttgart führt im Jahr 2019 seine Bemühungen um eine europäische Friedenskultur und Friedenspolitik weiter.

Die Wahlen zum Europäischen Parlament am 23. bis 26. Mai 2019, Parlamentswahlen in Ländern wie Belgien, Dänemark und Polen sowie in deutschen Bundesländern werden zur Bewährungsprobe für die demokratische und humanistische Kultur in Europa. Diese erweist sich nicht nur am Umgang mit Menschen, die vor Not und Krieg nach Europa flüchten, sondern auch am Umgang mit den Krisen in den Nachbarregionen in Osteuropa, Afrika und im Nahen Osten und am solidarischen Umgang unter den europäischen Staaten.

Wir sind überzeugt, dass die Herausforderungen nur zu bewältigen sind, wenn die europäischen Länder gemeinsam und zusammen mit den Nachbarn nach Lösungen suchen, wenn sie die Ressourcen nicht in neue Aufrüstungsprogramme stecken, sondern in Programme für Arbeit, Bildung und Entwicklung. Deshalb wenden wir uns gegen den Gruppendruck der NATO, nach dem die Mitgliedsstaaten 2 Prozent ihres Bruttosozialprodukts für Rüstung ausgeben sollen. Auch wehren wir uns gegen die Militarisierung der Europäischen Union, wie sie in der vereinbarten „Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit“ (PESCO) vom November 2017 vorangetrieben wird verbunden mit einer regelmäßigen Erhöhung der Verteidigungsausgaben, gemeinsamen Rüstungsprojekten, der Bereitstellung von Soldaten für Krisenreaktionskräfte und anderem. Nur wenn es in den Ländern Europas und in den Nachbarregionen Frieden und Bedingungen für ein Leben in Würde gibt, wird es auch in unserem Land Frieden geben. Wir vertreten ein Verständnis von gemeinsamer Sicherheit im Unterschied zu einer „Sicherheitspolitik“, die von Abgrenzung und Partikularinteressen bestimmt ist. Dies bedeutet, Teilungen und Grenzen zu überwinden und eine Politik der Offenheit und der Partnerschaft zu betreiben.

Wir stellen deshalb unsere Friedensarbeit 2019 unter das Motto „Frieden teilen“. Leitfigur dafür ist für uns Martin von Tours, der Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Sein Bild ist geprägt von der legendären Szene, in der der junge Gardesoldat vor dem Stadttor von Amiens den Umhang mit einem frierenden Bettler teilt. Sie hat ihn zum Heiligen der christlichen Nächstenliebe und zur Ikone eines humanitären Europa gemacht. Sein Mitgefühl, mit dem er dem gefährdeten und bedrohten Mitmenschen begegnete, steht gegen den Versuch von Anti-Flüchtlingskampagnen, Menschen das Mitgefühl auszureden. Martinus verband damit auch die Überzeugung, dass er sich als Christ nicht an Kriegen beteiligen darf. Er stand damit in der Tradition der frühen Kirche, die der Kirchenvater Origenes so beschrieb: „Wir Christen ziehen das Schwert gegen keine Nation. Wir lernen keine Kriegskunst mehr, denn wir sind Söhne des Friedens geworden durch Christus.“ Die Teilung des Mantels, der Eigentum des Kaisers war, war nicht nur eine karitative Tat, sondern ein Pflicht- und Regelverstoß, eine Umwidmung eines militärischen Guts für das Überleben.

pax christi Rottenburg-Stuttgart bringt die Inspiration Martin von Tours in das Martinsbrauchtum ein und verbindet sich mit dem französischen Gedenken an das Ende des „Großen Krieges“, des Ersten Weltkriegs, am Martinstag, dem 11. November, an dem 1918 der Waffenstillstand von Compiègne unterzeichnet wurde.

Die Alternative heißt Teilen in der globalen Welt oder militärische Sicherung des Lebensstandards. Wer nicht teilen will, muss bereit sein, zu töten. Unsere Antwort heißt Frieden teilen.

Erläuterung:

Martin von Tours wurde 316 im heutigen Szombathely in Ungarn geboren. Sein Namenspatron war der römische Kriegsgott Mars, sein Vater war römischer Berufsoffizier und Militärtribun. Martin musste mit 15 Jahren gegen seinen Willen zu den römischen Reitersoldaten nach Gallien, gefesselt wurde er zum Fahneneid gezwungen, schrieb sein Biograph Sulpicius Severus. „Er hielt sich frei von den Lastern, in die sich Soldaten gewöhnlich verstricken lassen. Seine Güte gegen die Kameraden war groß, seine Liebe erstaunenswert, Geduld und Demut überstiegen alles Maß“, schrieb Sulpicius. Ein Fensterbild in der Wormser Stiftskirche zeigt ihn, wie er als Offizier seinen Diener mit Speisen und Getränken bedient, ein Rollentausch, den er immer wieder vollzog. Im Jahr 356 schlug für ihn die Stunde der Wahrheit. Kaiser Julian stand im Feldzug gegen die Alemannen vor Worms und ließ Geldgeschenke an seine Soldaten austeilen. Als Martin vor dem Kaiser steht, weigert er sich, das Geschenk anzunehmen. „Bis heute habe ich dir gedient, erlaube mir, dass ich jetzt Gott diene. Ich bin ein Soldat Christi. Es ist mir nicht erlaubt, zu kämpfen.“ 



Die Pressemitteilung finden Sie auch rechts im Download-Bereich.